Die sich im Kniegelenk befindlichen Teile des Schienbein- und Oberschenkelknochens sind von einer wenigen millimeterdicken Knorpelschicht bedeckt, die sich durch ihre hohe Elastizität und Druckfestigkeit auszeichnet. Der Knorpel wirkt wie ein Polster für die Knochen und ermöglicht ein reibungsarmes Gegeneinanderbewegen der beiden Knochen. Doch er unterliegt einem natürlichen Alterungsprozess.
So kann die zunehmende Abnutzung dieses Knorpels bis zu einer vollständigen Zerstörung dieser Schicht führen – diese Gelenkerkrankung wird als Arthrose bezeichnet und lässt Betroffene bei jeder Bewegung Schmerzen erleiden. Eine Arthrose des Kniegelenks, in der Fachsprache auch Gonarthrose genannt, kann aber auch durch eine fehlerhafte Belastung des Kniegelenks durch beispielsweise X- oder O-Beine, Übergewicht oder schlecht verheilte Knochenbrüche hervorgerufen werden. Darüber hinaus zählen zu den weiteren Ursachen Verletzungen des Kniegelenks, Rissbildungen der Menisken, Rupturen des vorderen und hinteren Kreuzbandes sowie unfallbedingte Knorpelbrüche.
Um eine Arthrose im Knie zu heilen gibt es eine Vielzahl an Methoden, die Heilung versprechen.So soll beispielsweise eine Kälte- bzw. eine Wärmetherapie zumindest zur Schmerzlinderung beitragen. Demnach empfinden viele Patienten ein Kühlen der betroffenen Stelle als angenehm. Andere nutzen wiederum Wärme, um den Schmerz zu stoppen. Daher muss jeder für sich austesten, was ihm besser bekommt. Grundsätzlich sollte jeder an Arthrose erkrankte als therapeutische Maßnahme auch Krankengymnastik in Betracht ziehen. Denn so können schwach gewordene Muskelgruppen gestärkt werden, ohne dabei das Gelenk zu überreizen. Dabei empfiehlt sich Wandern (unbedingt auf weich gepolstertes Schuhwerk achten), Radfahren, Schwimmen oder auch Aqua-Jogging.
Wenn jedoch alle therapeutischen Maßnahmen nicht zur Besserung beitragen, hilft nur noch ein operativer Eingriff. Die einfachste Methode dabei ist die Mikrofrakturierung. Dabei versucht man den betroffenen Knochen dazu anzuregen wieder einen neuen Ersatzknorpel zu bilden. Damit aus dem Knochen neue Stammzellen herauswachsen können, die dann Knorpelzellen produzieren, wird zunächst eine Verbindung zwischen dem Knochen und dem darunter liegenden Knochenmark erzeugt: So werden über eine Gelenkspiegelung unter Narkose millimeterkleine Löcher in den Knochen geschlagen. Durch die feinen Knochenrisse können die Stammzellen die Knochenoberfläche erreichen und den Kniedefekt mit einer neuen Knorpelschicht ausfüllen.
Ein weiteres Heilungsverfahren der Arthrose im Knie stellt die Transplantation von Knorpel- Knochen-Zylindern dar. Diese werden aus einer gering belasteten Fläche des Gelenks entnommen, in einem Speziallabor vermehrt und in den Defektbereich eingesetzt, der zuvor passend ausgebohrt wurde. Bei dieser Methode kann es allerdings zu Problemen bei der Heilung am Spenderknorpel kommen, was wiederum eine Präarthrose mit sich führen kann. Um dieses Risiko zu umgehen, werden die Knorpel-Knochenzylinder mittlerweile auch immer häufiger aus dem Gelenk zwischen Waden- und Schienbein gewonnen.
Um aber erst gar nicht an Arthrose zu erkranken, kann man einiges tun. So konnte wissenschaftlich bewiesen werden, dass regelmäßige Bewegung zur schnellen Heilung von Knorpelschäden beiträgt. Radfahren, Schwimmen und Aqua-Jogging dienen demnach nicht nur zur Genesung sondern auch zur Vorbeugung. Wer außerdem auf sein Gewicht achtet, belastet sein Knie nicht so stark wie ein Übergewichtiger und ist daher seltener von Arthrose betroffen.
